Action Five Filmvorführung: „John & Jane“ im AKA-Filmclub

Am Mittwoch, 16.7. zeigt Action Five um 19.45 Uhr im Aka-Filmclub (Hörsaal 2006, gegenüber Stadttheater) den sehr sehenswerten halb dokumentarischen und halb fiktionalen Film „John & Jane“.

John and Jane zeigt sechs mal Globalisierung pur und gleichzeitig sechs mal Leben. Leben zwischen Bombay und den USA. In Bombay wird geschlafen, in den USA wird gearbeitet. Die 20.000 Kilometer Distanz werden mit PC und Headset überbrückt. Die Kunden aus den USA, schließen einen Handyvertrag ab oder kaufen eine Kuchenform. Sie wählen die 1-800 vor oder werden angerufen und dann kompetent und freundlich beraten. Dass die Berater in einem indischen Callcenter sitzen, wahrscheinlich niemals die USA betreten werden und ihre Heimat wegen der Zeitverschiebung nur bei Nacht erleben, merken die Kunden nicht.

Die Identität der sechs Protagonisten ist durch ihren Vierzehn-Stunden-Tag-Job als Callagent stark geprägt. Während die Einen ihrem Hass auf den Job freien Lauf lassen, werden die Anderen zu waschechten Durchschnittsamerikanern – jedenfalls zu dem, was sie in ihren Fortbildungen als Durchschnittsamerikaner vermittelt bekommen. Naomi aka Namra Pravin Parekh glaubt unerschütterlich an ihre Karriere vom Callagent zur Milliardärin, färbt sie die Haare blond und bezeichnet sich als „totally American“.

Es gelingt dem Film sowohl die Grenzen einer Dokumentation hinter sich zu lassen ohne in die Fiktion abzugleiten, als auch über einfache Kapitalismuskritik hinaus ein postmodernes Leben zwischen verschiedenen Welten zu beleuchten: Zwischen realer und virtueller Welt, zwischen Schwellenland und Industriestaat, zwischen Amerikanischem Traum, Amerikanischer Realität und Indischer Realität, zwischen Tag und Nacht, zwischen „answermashine“ und „fucking human being“, zwischen indischer und pseudoamerikanischer Identität.

John & Jane von Ashim Ahluwalia, wurde 2006 beim European Media Art Festival mit dem Dialog Preis des Auswertigen Amtes ausgezeichnet. Ein Film, der den Zuschauer berührt, in seinen Bann zieht und gleichzeitig zum Nachdenken anregt.

Weitere Infos auf der Internetseite des Aka-Filmclubs: http://www.aka-filmclub.de

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