Kenia – Rieko Secondary School

In Kenia unterstützen wir unsere lokale Partnerorganisation Rieko dabei, die Gebäude eines ehemaligen Kindergartens zu einer Sekundarschule auszubauen. Das Projektgebiet ist Owich am Westufer des Viktoriasees, im Nyatike District, Westkenia. Die Region gehört zu den ärmeren des Landes, 90% der Menschen in der Gegend leben von Subsistenzwirtschaft.

Neben dem Schulprojekt engagiert sich Rieko (der Name ist vom ägyptischen Wort für Wissen abgeleitet) in vielen anderen Bereichen, unter anderem Gesundheit, HIV/AIDS, Frauenrechte, Demokratie/Korruptionsbekämpfung und Umweltschutz.

Der Bau einer Sekundarschule in der Gegend ist nötig, weil die vorhandenen Schulen so weit entfernt liegen, dass sie nur als Internat besucht werden könnten, was sich viele nicht leisten können. Die Kooperation mit dem Staat gestaltet sich derart, dass Lehrer entsandt und bezahlt werden, wenn die eine Gemeinde selbst angemessene Gebäude zur Verfügung stellen kann. Die derzeit hier arbeitenden Lehrer leisten Praktika oder werden von Spenden der Gemeinde und den (geringen) Schulgebühren bezahlt.

Wir haben mittlerweile den Bau von zwei Klassenzimmern mit jeweils 3.500 Euro unterstützt. Die Menschen vor Ort sind durch „Arbeitsspenden“ eingebunden, sie bringen Sand, Steine und Wasser, stellen Ziegelsteine her und verrichten andere unqualifizierte Tätigkeiten.

Langfristig sollen insgesamt vier neue Klassenzimmer für die vier Klassenstufen der Sekundarausbildung in Kenia gebaut werden, so dass die bestehenden Räume für Verwaltung und als Bibliothek genutzt werden können.

Da der Bau der Klassenzimmer für uns ein relativ großer Betrag ist, und im Umfeld der Schule noch weitere Investitionen dringend nötig wären (Tische und Stühle, Toiletten, angemessene Ausstattung der Küche, weiterer Ausbau der Räume zur besseren Beleuchtung und Schalldämmung bei Regen) versuchen wir, größere Organisationen zur Unterstützung des Projektes zu gewinnen.

Überblick

Derzeit werden in dem Dorf Owich, Nyatike District, Kenya  nach und nach Klassenräume für die wachsende Zahl an Schülern und weiterführenden Klassenstufen gebaut. Im Moment soll das dritte Klassenzimmer gebaut werden. Die Schule wurde mit unserer Unterstützung offiziell registriert und eine vom Staat bezahlte Rektorin entsandt. Ihr steht auch bereits ein kleines staatliches Budget zur Verfügung, weitere Lehrer werden nach und nach entsandt werden, in der Zwischenzeit arbeiten sie ehrenamtlich oder von der Gemeinschaft finanziert.

Beschreibung des Projekts

1.    Die Lage vor Ort:

Owich ist ein kleines Dorf im Nyatike District am Lake Victoria nahe der tansanischen Grenze. Die Gegend ist von Landwirtschaft und Goldabbau geprägt, die Bevölkerung ist durchschnittlich arm, die einzelnen Siedlungen liegen sehr zerstreut, sodass es sehr schwierig für die Familien ist ihre Kinder in Schulen zu schicken, die nicht wie Internate funktionieren. Internate wiederum sind für die meisten Familien zu teuer. Also startete Rieko die Initiative, eine neue Schule  zu gründen, die für die Kinder kostengünstig und erreichbar ist. Sie wird sehr gut angenommen. Ähnliche Projekte gibt es auch in anderen Dörfern der Region.

2.   Probleme und deren Ursachen:

Zum Zwecke der landwirtschaftlichen Nutzung wurden die nativen Wälder größtenteils abgeholzt und anschließend teilweise mit Eukalyptus aufgeforstet. Diese Monokultur schadet aber dem Boden! Es ist wichtig auf das ökologische Gleichgewicht zu achten, dieses zu unterstützen, bzw. auf eine Wiederherstellung hinzuarbeiten. Dürren und Fluten zerstören nicht nur Straßen und Felder sondern führen über die Jahre zu zunehmender Erosion und abnehmender Bodenqualität. Hier sollten umfangreiche Ansätze zum landschaftschutz und effektiver aber nachhaltiger landwirtschaftlicher Nutzung umgesetzt werden!
Umweltverschmutzung kommt zwar auch durch weggeworfenen Müll, aber vor allem auch durch den intensiven Goldabbau mit Quecksilber zustande! Hier sollten auf jeden Fall Maßnahmen ergriffen werden, Bodenqualität und Trinkwasser zu kontrollieren, eventuell entsprechende Richtlinien zu implementieren und eine „Rehabilitation der Erde“  anzustreben. AIDS und andere Infektionskrankheiten sind häufig, aber nicht extrem. Präventionsmaßnahmen müssen annehmbar und verstehbar an die Gemeinschaft herangetragen werden.
Zur Bildungssituation (siehe oben): Natürlich ist das allgemeine Bildungsniveau aufgrund mangelnden Angebots und mangelnder Infrastruktur niedrig. Die Hauptbeschäftigung ist die Subsistenzwirtschaft. Daher sollte man auch in der Bildung besonderen Wert auf diesen Schwerpunkt legen!
Politische Bildung ist noch sehr in den Kinderschuhen. Die Prinzipien der Demokratie, Frauenrechte etc. sind vielen fremd.

Rieko versucht viele/alle dieser Probleme mit Workshops, kostenlosen Veranstaltungen, Kleingruppen etc. anzugehen.

Ökologisch, sozial und ökonomisch sehe ich derzeit keine negativen Auswirkungen des Projektes, wenn man von der fortdauernden gesundheitlichen Belastung der Köchinnen, die den ganzen Tag in dichtem Rauch arbeiten, absieht.

3.   Weitere mögliche lokale und globale Folgen der Probleme auf den verschiedenen Ebenen

Lokal könnte es zu zunehmenden Gesundheitsschäden durch Quecksilberbelastung kommen, was auch sicherlich schon der Fall ist. Leider fehlt die Aufmerksamkeit dafür und das Bewusstsein für Arbeitsrecht bzw. Gesundheits- und Naturschutz. Je nach Entwicklung des Goldabbaus ist auch mit Versuchung des Bodens durch andere Chemikalien und geringere landwirtschaftliche Nutzbarkeit zu rechen.

Quelle hierfür ist meine eigene Erfahrung während eines Besuchs und Berichte von Einheimischen.

4.  Die Projektziele:

Steigerung des Bildungsniveaus mit allen anzunehmenden konsekutiven positiven (ökonomischen, ökologischen, politischen, gesundheitlichen) Effekten auf die Gesellschaft!!

5. Konkreter Aktionsplan:

Es wurden bereits 2 neue Klassenräume gebaut und Schulbücher gekauft sowie Pläne im Falle einer umfassenderen Förderung entwickelt, die mit den Grenzen unseres kleinen Vereins sonst nur, aber immerhin (!!) Stück für Stück erledigt werden können.
Ca. 80 neue Schüler konnten bis jetzt neu aufgenommen werden. Die positiven Effekte in ihrer Gänze wird man erst mit den Jahren sehen. Kritisch zu betrachten ist – unabhängig von dem gesteigerten Adressatenkreis – noch die Form des Unterrichts und dessen Effektivität. Der Erfolg hängt maßgeblich von der fortgesetzten Motivation der Schlüsselpersonen und Gemeinschaft und unseren finanziellen Mitteln ab.

6. Projektschritte in Zukunft vorgesehen

Geplant ist derBau weiterer 2 Klassenräume, sanitärer Anlagen und einer Küche. Denkbar wäre, denFokus auf landwirtschaftliche und ökologisch nachhaltige Projekte zu lenken. Ebenso von Bedeutung sind die Themen  Prävention und Landschaftsschutz.