Rundbrief 2002

Freiburg, den 07.02.02

Liebes Mitglied!

wir möchten Dich herzlich zu unserer diesjährigen ordentlichen Mitgliederver- sammlung einladen. Sie findet am Donnerstag, den 28. Februar 2002, 20.15Uhr bei Georg und Hauch in der Richard-Wagner-Straße 37, 79104 Freiburg, statt.
Die Tagesordnung umfasst, wie in den letzten Jahren, folgende Punkte:

1. Entgegennahme des Rechenschaftsberichts vom Vorstand
2. Entlastung des Vorstandes (1. Vorsitzender: Andreas, 2. Vorsitzende: Anneke, Kassenführer: Torsten)
3. Wahl des neuen Vorstandes (1. Vorsitzende: Anneke, 2. Vorsitzender: Jürgen, Kassenführer: Andreas)
4. Anträge von dem Arbeitskreis zur Projektförderung
5. Anträge zur Satzungsänderung
6. Sonstiges

Da wir nach Satzung zur Beschlussfähigkeit mindestens 15 abgegebene Stimmen benötigen (mündlich oder schriftlich), bitten wir Euch, zumindest den beigefügten Stimmzettel abzuschicken.
Das neue Spendenrecht erfordert, dass wir selbst Spendenbescheinigungen ausstellen, in denen jede Einzelspende gesondert aufgeführt werden muss. Deshalb bitten wir Euch, falls es Euch keine Umstände macht, gegebenenfalls von monatlichen Spenden auf vierteljährige Spenden umzustellen.

Rechenschaftsbericht des Vorstands und Anträge zur Satzungsänderung:

Wie bereits schon 2000 so war auch 2001 der Arbeitskreis gut besucht. Dadurch, dass die Teilnehmer nun schon länger als ein Jahr dabei waren, waren die Diskussionen immer recht fruchtbar. So erfreulich neue Gesichter sind, es kostet doch immer wieder Mühe, ihnen die Verhältnisse in den Projekten von Anfang an zu erläutern. Leider findet diese Idylle wie bereits in dem Rundbrief vor einem Jahr befürchtet vorerst ein Ende: viele der Aktiven verlassen Freiburg aufgrund des Abschlusses ihres Studiums und so bleiben zunächst nur Anneke und ich. Die Bemühungen um neue Mitglieder (Informationsstände vor den Mensen, bei studentischen und städtischen Veranstaltungen, öffentliche Vorträge) brachten keinen ausreichenden Erfolg. Immerhin stieß ein neues Mitglied im Dezember zu uns. So finden wir uns in einer Situation wieder, wie sie bereits vor etwa drei Jahren vorlag. Auch diesmal stellten wir uns die Frage, ob der Verein aufgelöst werden sollte. Wir beschlossen, auch nach Rücksprache mit einigen Mitgliedern außerhalb Freiburgs, den Verein weiterleben zu lassen. Aber natürlich kann er nicht mit dem gleichen Umfang weiterbetrieben werden. Wir entschlossen uns zu dem folgendem Konzept, das dann auch Gegenstand der Abstimmung ist:

Als Kerntätigkeit wollen wir die Begleitung der Gruppen „Dipshikha“ in Bangladesh und „Escola Familia Agricola“ (EFA) in Brasilien weiterführen und sogar intensivieren. Zu Dipshikha bestehen sehr gute Kontakte, vor allem durch „Shanti“, einem deutschen Verein, der sich ausschließlich um die Förderung von Dipshikha bemüht und bei dem ich ebenfalls aktiv mitarbeite. Die Arbeit von Dipshikha konnte uns immer sehr gut überzeugen. Mit der EFA in Brasilien steht Action Five schon seit vielen Jahren im Austausch. Mittlerweile sind wir der einzige ausländische Geldgeber der EFA. Seit den Kommunalwahlen letzten Jahres verlor die EFA die Zuschüsse der Gemeinde für die Gehälter der Lehrerinnen des Kindergartens und ist momentan stark auf uns angewiesen. In den letzten Jahren verbesserte sich die Kommunikation zur EFA, vor allem auch da Anneke und ich mittlerweile die Briefe (wenn auch mit Mühen) selbst schreiben und lesen können und nicht mehr auf eine Übersetzung angewiesen sind. Im Juli planen wir eine Reise dorthin.

Die Unterstützung der Cooperadora in Argentinien möchten wir auf das Angebot beschränken, dass wir zweckgebundene Spenden für dieses Projekt an die Cooperadora überweisen und Spendenbescheinigungen ausstellen. Allerdings können wir (der Arbeitskreis) keine Begleitung durch Briefaustausch oder Projektbesuche leisten, wie es Voraussetzung für eine Förderung durch Action Five ist. Dies läge dann in der Verantwortung der Spender.

Die Unterstützung von Abbé Falá in Kongo werden wir bis auf weiteres einstellen. Hier hat sich der Austausch so weit verschlechtert, dass wir zur Zeit ohnedies kein Geld überweisen könnten. Hier gibt es auch die Möglichkeit für diejenigen, die so sehr von diesem Projekt überzeugt sind, dass sie gerne weiter Geld spenden möchten, an einen anderen Verein, zu dem wir guten Kontakt haben, zu spenden. Näheres siehe in dem Projektbericht.

Pidecafé in Peru ist eine im Vergleich zur EFA oder zu Abbé Falá große Organisation, so dass sie es kaum spüren wird, wenn unsere Beiträge wegfallen. Auch hier gibt es die Möglichkeit für absolute „Pidecafé-Fans“ über andere Gruppen in Deutschland die Förderung fortzusetzen.

Nicht zuletzt sei bemerkt, dass auch der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, einschließlich Werbung neuer Mitglieder, stark reduziert werden wird. Dies birgt die Gefahr in sich, dass wir nur wenige neue Mitglieder finden werden. Immerhin bleiben wir als Arbeitskreis der evangelischen und katholischen Studentengemeinden bestehen und ebenso in den Verzeichnissen einiger Register. Jemand, der uns sucht, wird uns finden, aber nicht über uns stolpern. Der Arbeitskreis sah es als eine der Kernaufgaben des Vereins an, Studenten die Möglichkeit zu bieten sich anschaulich und konkret in die Problematik der Entwicklungsarbeit in fremden Kulturen einzuarbeiten und so z.B. auch bei Studenten, die nur für kurze Zeit sich in dem Arbeitskreis engagieren, ihnen die Möglichkeit einer Entwicklung ihrerseits anzubieten. Diese Möglichkeit wird bestehen bleiben.

Die Alternative zu diesem Konzept sahen wir im Arbeitskreis in der Vereinsauflösung und der Weiterführung nur noch als Arbeitskreis der Hochschulgemeinden mit der Beschränkung auf die Begleitung von EFA und Dipshikha. Eine Alternative, mehr als das Beschriebene zu leisten, sehen wir nicht. Eine Durchsicht der Satzung auf diese Reduzierung der Tätigkeiten ergab, dass sie im wesentlichen unverändert beibehalten werden kann.
Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass das Ideal, 5% des Einkommens als Mitgliedsbeitrag anzusetzen, nicht realistisch ist. Daher soll der entsprechende Passus der Satzung abgemildert werden. Statt des Satzes (1) in §3: „Mitglied kann jeder werden, der Action Five durch regelmäßige Spenden von etwa 5% seiner monatlichen Einkünfte unterstützt.“ soll in die Satzung aufgenommen werden:
„(1) Mitglied kann jeder werden, der Action Five durch regelmäßige Spenden unterstützt oder die Arbeit durch sein persönliches Engagement mitträgt.“
Der Vorschlag der neuen Formulierung ist der Satzung von Action Five Bonn entnommen.

Ebenso wird es nach der Erfahrung der letzten Jahre unrealistisch sein, dass die nach Satzung erforderliche Anzahl von 15 abgegebenen Stimmen bei der Mitgliederversammlung erreicht wird. Diese soll auf 10 gesenkt werden, was immer noch ein Beleg sein wird, dass der Vorstand nicht alleine sondern zusammen mit den Mitgliedern entscheidet.
Wegen der geringen Zahl der aktiven Teilnehmer des Arbeitskreises ist in der Regel seine Beschlussfähigkeit gemäß der Satzung nicht mehr gegeben, da diese verlangt, dass mindestens fünf oder mindestens ein Drittel der Mitglieder erscheinen. Es hat sich nun gezeigt, dass gerade bei einem engeren Kontakt zur Landwirtschaftsschule in Brasilien diese in Notsituationen kurzfristig Überbrückungsgelder von uns benötigen kann, die erst zu spät von der Mitgliederversammlung bestätigt werden können. Für solche Fälle sieht die Satzung vor, dass der Arbeitskreis über einmalige Geldzuwendungen bis zu 2000 DM des überschüssigen Vermögens ohne vorherige Information aller Mitglieder entscheiden kann. Dieser Betrag, der 1984 so festgesetzt wurde, soll auf 2500 Euro angehoben werden, und es soll dem Vorstand ermöglicht werden, im Falle der Beschlussunfähigkeit des Arbeitskreises einstimmig eine solche Geldzuwendung zu beschließen.
Eine ähnliche Regelung besteht bereits in §6, Satz (5), nach der der Vorstand einstimmig im Falle der Beschlussunfähigkeit von Arbeitskreis und Mitgliederversammlung Angelegenheiten regeln kann, die das Interesse des Vereins erfordern.

Zur Darstellung der Aktivitäten in den Projekten möchte ich auf die einzelnen Berichte verweisen.
Wieder möchte ich mit einem Spruch des bengalischen Nationaldichters Rabindranath Tagore schließen, der mir ein wenig auf unsere Situation zu passen scheint:

„Der Sperling bedauert den Pfau wegen der Last seines Schweifes“

Viele Grüße und ein gutes Jahr
für den Vorstand: Andreas

Kassenbericht für das Jahr 1.1.2001 bis 31.12.2001 von Action Five Freiburg e.V.

Zunächst einmal allen unseren Spendern ein herzliches Dankeschön!!!

Die Spenden für Action five gehen allerdings leider weiterhin deutlich zurück: Im vergangenen Jahr betrugen die nicht zweckgebundenen Spenden nur 22.359,50 DM (zum Vergleich: 2000 waren es 27.420,- DM und 1998 noch 31.260,- DM).
Für unser Projekt im Kongo wurde nur das noch vom letzten Jahr ausstehende Geld überwiesen (3000,- DM); näheres dazu findet sich im Projektbericht. Für das nächste Jahr stehen außerdem noch 600,- DM für Brasilien und 50,- DM für Argentinien zur Überweisung aus zweckgebundenen Spenden an. Die „krummen“ Zahlen bei den Brasilien-Überweisungen rühren daher, dass es sich um Dollar-Überweisungen (mit sich ständig ändernden Wechselkursen) handelt.
Die neue Praxis, die Überweisungen nicht mehr Quartalsweise sondern nur noch halbjährlich vorzunehmen, hat sich bewährt: Die Nebenkosten konnten so auf 314,- DM im Vergleich zu 528,- DM des Vorjahres gesenkt werden.

Die Zahlen im einzelnen (alle Angaben in DM):

Ausgaben

Projekt beschlossen(pro Monat)

I. Quart.

II.

III.

IV.

Gesamt

%

Argentinien

280,-

+450,- (einm.)

3.810,-

-

-

-

3.810,-

19,0

zweckgeb./

Stipendien

500,-

-

-

-

500,-

Bangladesh

430,-

-

-

2.580,-

2.580,-

5.160,-

22,7

Brasilien

380,-

-

2.257,73

2.307,57

-

4.565,30

24,2

zweckgeb./

Stipendien

176,50

600,-

-

176,50

953,-

Kongo

310,-

3.000,-

-

-

-

3.000,-

13,2

Peru

370,-

-

-

2.220,-

2.220,-

4.440,-

19,5

Gebühren

-

72,35

71,15

119,30

51,35

314,15

1,4

 

22.742,45

100

Einnahmen

Quartal

Spenden/

Beiträge

zweckgebundene Spenden

Gesamt

Brasilien

Argentinien

Übertrag 2000

3.026,16

-

-

3.026,16

I. Quartal 2001

6.010,-

326,50

500,-

6.836,50

II. Quartal 2001

4.060,-

150,-

-

4.210.-

III. Quartal 2001

3.910,-

150,-

50,-

4.110,-

IV. Quartal 2001

8.279,50

1.026,50

-

9.306,-

insgesamt

25.285,66

1.553,-

550,-

27.488,66

Differenz Einnahmen – Ausgaben : 4.746,21 DM
Kontostand Ökobank 31.12.2001: 4.746,21 DM

Torsten, Kassenführer

Erklärung der Kassenprüfer: Am 12.01.2002 haben wir den Kassenbericht und die Kontoauszüge für 2001 überprüft.
Die Abrechnung ist korrekt und vollständig.

Eva und Douglas

Kindergarten Joao e Maria, Pocao de Pedras, Brasilien

In seinem Brief von 20.1.01 schreibt Jorge von den Auswirkungen der Kommunalwahlen vom Oktober. Die Arbeiterpartei, für die auch er sich engagiert, habe insgesamt sehr gute Fortschritte gemacht, nur in Poção de Pedras nicht. Dort hat deshalb zum 1.1.01 der Bürgermeister gewechselt. Der neue Bürgermeister hat drastische Einschnitte für die EFA (Landwirtschaftsschule), den Kindergarten und die Gewerkschaft vorgenommen. Die Bezahlung der Lehrer des Kindergartens und der EFA, die bisher von der Gemeinde geleistet wurde, wurde unterbrochen. Dies stürzte sie in große Schwierigkeiten. Sie wollen ihr Auto zu verkaufen, um zu helfen. Nach Beratungen mit seinen Mitarbeitern schlug Jorge uns vor, unserer Gelder für die EFA zu verwenden. Den Kindergarten müssten sie schließen.

Im April schickte uns Jorge einen ausführlichen Projektantrag. Er schrieb, dass die Eltern der Kindergartenkinder sie so sehr gebeten hätten, den Kindergarten nicht zu schließen, dass die Lehrerinnen gesagt hätten, dass sie die Arbeit für einen sehr geringen Teil des normalen Lohnes weitermachen wollten, zumal sie doch keine andere Arbeit fänden. Sie wollten das Action Five Geld unter den fünf Lehrerinnen (je 60 Real) und der Haushälterin und der Köchin (je 40 Real) aufteilen. Der dortige Mindestlohn beträgt etwa 220 Real (1 Real ~ 2,4 US$).

Von einem nationalen Fond bekommen sie über das Sozialamt der Gemeinde, allerdings sehr unregelmäßig und unzuverlässig, Hilfen zur Ernährung der Kinder und für Lehrmaterial. Didaktisches Material bekommen sie auch durch private Sachspenden. Gelegentlich leisten die Eltern der Kinder einen Beitrag zur Ernährung im Kindergarten. Die Altkleider, die sie von uns geschickt bekommen, werden an die Eltern zu 1 bis 2 Real pro Stück verkauft, und das Geld wird auch zum Kauf von Essen verwendet. Auf diese Weise wollen sie den Kindergarten trotz der Schwierigkeiten weiterführen.

Die Arbeit des Kindergartens ist Erziehung der Kinder (erstes Lesen, Malen, Motorik, Spielen, Musik, Tanzen) , Montag bis Freitag von 7 bis 11 Uhr, Ernährung der Kinder (zwei Mahlzeiten pro Tag), Impfen der Kinder und Aufklärung der Eltern, Besuche in den Familien. Die Kinder kommen aus sehr armen Familien und sind teilweise unterernährt. 2001 besuchten 147 Kinder den Kindergarten, 75 davon die erste Altersstufe in zwei Klassen (3 bis 4 Jahre), 37 die zweite (4 bis 5 Jahre) und 35 die dritte (5 bis 6 Jahre) in je einer Klasse. Die Lehrerinnen besuchten zwei Fortbildungskurse.

Im Juni schrieb Jorge uns von einer Versammlung der Eltern der Schüler und der Lehrerinnen mit dem Bürgermeister, auf der sie von ihm die Fortsetzung der Unterstützung verlangten. Sie erreichten, dass nun doch 1500 Real monatlich für die Gehälter der Lehrerinnen zur Verfügung gestellt werden. So können den Lehrerinnen, zusammen mit den etwa 400 Real von Action Five nun doch normale Gehälter bezahlt werden.

Diese Freude wurde jedoch in einem Brief vom 28.12.01 wieder getrübt. Der Bürgermeister scheint sich nicht an sein Versprechen zu halten. Überwies er noch im Mai und im Juli die Beiträge jeweils für die Monate Januar und Februar, so reichte die nächste Überweisung, die erst im November erfolgte, nur um die Hälfte des Beitrags für den Monat März abzudecken.

Jorge bittet uns deshalb für 2002 weiter die Gehälter der Lehrerinnen, Köchin und Haushälterin mitzufinanzieren. Für das Jahr 2001 betrugen diese knapp 10,000 R$, also etwa 4400 Euro. Weitere Kosten waren: Lebensmittel: 3200 Euro, didaktisches Material: 1250 Euro, Reparaturen, Wartung, Reinigung, Strom, Wasser, Telefon: 1450 Euro. Einnahmen waren neben unseren Überweisungen (ca. 2600 Euro) die Beiträge des Bürgermeisteramts (1650 Euro) so wie des nationalen Sozialfonds (3500 Euro). Aus dem Verkauf gebrauchter Kleider, die wir schickten, wurden 50 Euro erlöst. Wie in Deutschland besteht die Möglichkeit, dass Bußgelder, die das Gericht erhebt, für wohltätige Zwecke verwendet werden. Für den Kindergarten brachten diese 2001 knapp 400 Euro.

Die Kommunikation mit Jorge lief dieses Jahr zufrieden stellend, neuerdings ist es sogar per E-Mail möglich. Andreas und ich wollen dieses Jahr wahrscheinlich im Sommer nach Poção de Pedras reisen und lernen dafür Brasilianisch. Wir erhoffen uns davon eine bessere Vorstellung, wie es dort aussieht, wie die Leute leben, und wie versucht wird, ihnen zu helfen, sowie einen besseren Kontakt.

Wir beantragen die Förderung des Kindergartens Joao e Maria der Associação da Escola da Familia Agricola de Pocao de Pedras AEFAPP mit 4000 Euro für den Zeitraum vom 1.1.02 bis 31.12.02.

Für den Arbeitskreis: Anneke und Andreas

Abbé Falá, Kimafu, Kongo

Von Abbé Falá haben wir das ganze Jahr 2001 über keinen Brief bekommen. Der letzte Brief war vom Oktober 2000. Anfang Januar 2002 kamen einige Fotos mit Beschriftungen hinten darauf, aber ohne Brief. Ich vermute, dass ein Brief nachkommt, da Abbe Falá auch früher schon Fotos und Brief getrennt geschickt hat. Den Fotos kann man entnehmen, dass von den letzten Geldern, die Action geschickt hat (3000 DM für die zweite Hälfte von 2000), der Zwiebelanbau in Kimafu gefördert wurde. Auch der Bischof ist zu sehen, wie er die Zwiebelernte besichtigt. Er sei sehr erfreut gewesen.
Eine detaillierte Abrechnung für 2000 haben wir noch nicht erhalten.
Ich habe mehrere Briefe geschrieben mit vielen Fragen zu den Projekten in Kimafu und einer Beschreibung der Anfa1ng 2001 neu überarbeiteten Grundsätze und Projektabwicklungsregeln von Action Five. Ich habe wiederholt darauf hingewiesen, dass Action Five kein Geld überweisen wird, bevor die vorletzte Überweisung abgerechnet ist, und dass keine Förderung ohne regelmäßige Projektberichte möglich ist. Deshalb haben wir auch für 2001 kein Geld überwiesen, obwohl es schon von der Mitgliederabstimmung bewilligt war. Wir schlagen vor, diese Bewilligung wieder zurückzuziehen. Einen neuen Antrag für 2002 wollen wir nicht stellen, weil wir gar nicht wissen, was die Pläne in Kimafu für dieses Jahr sind.
Falls Abbé Falá Abrechnung, Projektbericht und -pläne in Zukunft schickt und wir uns in der Lage sehen, dieses Projekt zu unterstützen, könnte für später ein neuer Antrag gestellt werden.
Der Verein „Kenge-Hilfe“ von Monica und Gerhard Müller-Chorus hat weiterhin Kontakt zu Abbé Falá und auch zu anderen Priestern und einer Frauengruppe, und unterstützt verschiedene Projekte in der Diözese Kenge. Wir kennen die beiden persönlich und können ihren Verein und ihre Projekte weiterempfehlen an die, die weiter den Menschen in dieser Gegend helfen wollen. Auf Wunsch verschicken die auch ihre Rundbriefe und Berichte. Spenden sind steuerlich absetzbar.

Kontakt:

Monica und Gerhard Müller-Chorus, Buchenweg 3, 53343 Wachtberg-Niederbachem, Tel.: 0228/ 348861, Fax.: 0228/ 348890,
E-Mail: gmmueller-chorus@t-online.de
Hilfsverein Diözese Kenge e.V., Kto: 570 180, BLZ 370 605 90, Sparda Bank Köln eG

 

Für den Arbeitskreis: Anneke

Dipshikha/ALOHA/Shanti, District Dinajpur, Bangladesh

Action Five unterstützt den deutschen Verein „Shanti“ (bengalisch für „Friede“), der bis 2000 eine intensive Partnerschaft ausschließlich zur bengalischen Entwicklungsorganisation „Dipshikha“ („Lichtfunke“) pflegte. Action Five ist durch meine Person im Vorstandsteam von Shanti vertreten. Die Spendeneinnahmen Shantis betrugen 2000 etwa 200,000DM, so dass unser finanzieller Beitrag (5160DM im Jahr 2001) nicht besonders ins Gewicht fällt. Shanti aktiviert weitere Geldmittel vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, dem päpstlichen Kindermissionswerk, Missio Österreich oder von MISEREOR, so dass der Haushalt Dipshikhas im Jahr 2000 etwa 600,000DM betrug. Für bengalische Verhältnisse ist das viel (ein Tagelöhner verdient pro Tag etwa 50 Taka, die beim Umtausch auf der Bank etwa 2 DM wert sind). Entsprechend ist Dipshikha eine professionelle Organisation mit etwa 300 Mitarbeitern. Im Jahr 2000 liefen vier Programme (für 2001 liegt noch kein Finanzbericht vor), von denen drei das „klassische“ Dipshikha Konzept der integrierten ländlichen Entwicklung mit unterschiedlichen Schwerpunkten in verschiedenen Gebieten umsetzen. Das vierte ist eine für Bangladesh völlig neuartige Schule. Ich will hier nur zwei Themen herausgreifen, den Antrag Dipshikhas für ein neues Programm und die Schule.
Eine weitere Neuheit ist die Förderung von ALOHA, einer bengalischen Frauenorganisation.
„Hurra, wir sind zu dritt!“. Diese Worte fielen auf einem Shanti Treffen letzten Jahres. Bei diesem Treffen beschlossen wir, die Mitglieder des Shanti Vorstandsteams, nachdem bisher eine Partnerschaft nur zu Dipshikha bestand, zu einer zweiten bengalischen Organisation namens ALOHA eine Partnerschaft aufzunehmen. Wie Diphsikha, so arbeitet auch ALOHA im ländlichen Nordwesten Bangladeshs. Tatsächlich ist die Vorsitzende von ALOHA, Meherun Nessa Chobi, auch im Aufsichtsrat von Dipshikha, man kennt sich also. Anders als bei Dipshikha, bei dem doch hauptsächlich Männer die Führungspositionen besetzen, wird ALOHA von Frauen geführt. Frauen und Kinder mit ihren spezifischen Problemen sind denn auch die Zielgruppe. Durch Schulen, Ausbildung im Gemüseanbau und in Fischzucht, durch Gesundheitserziehung und ärztliche Hilfe, durch Vermittlung von Menschen- und Frauenrechten und durch konkreten Rechtsbeistand wird die Lebenssituation vor allem von Frauen im ländlichen Bangladesh verbessert. Frau Meherun Nessa Chobi besuchte uns letztes Jahr und gestaltete mit Action Five einen Abend zum Thema „Frauen in Bangladesh“. Ihre Person beeindruckte uns vor allem durch ihr starkes Selbstbewusstsein und ihren unerschrockenen Kampfgeist.
Das konkrete Projekt, für das Chobi eine Unterstützung von Shanti erhalten wird, heißt: „Integrated Development for Rural Women“. Projektregion sind 10 Dörfer in der Gemeinde Patichora, Kreis Pantitola, Distrikt Naogaon.
In einer knapp einjährigen Vorlaufphase werden die Voraussetzungen für ein größer angelegtes Projekt geschaffen, für das dann ein Zuschuss vom Ministerium für Zusammenarbeit beantragt werden soll. In dieser Vorphase gilt es, einen Stamm qualifizierten Personals aufzubauen, eine kompetente Organisationsstruktur zu schaffen und Daten zur Beschreibung der sozialen Situation der Familien in der Region zu erheben.
Vor allem durch Gespräche und Kurse soll bei der Zielgruppe (zunächst ca. 600 Familien) eine Steigerung der Akzeptanz für die Rechte der Frauen erreicht werden. Beispiele sind das Deutlich Machen der Wichtigkeit von Heiratsverträgen statt Ehen ohne staatliche Registrierung, wodurch die Ehefrau ein gewisses Minimum an Rechten erhält, Rechtsberatung bei Scheidung, Wahlrecht, Rechte der Kinder, das Bewusst machen der Gleichwertigkeit von Mann und Frau. Einen weiteres Ziel ist die Verbesserung des Ernährungs- und Gesundheitszustandes.
Die Kosten des Projektes mit Laufzeit vom Oktober 2001 bis Juni 2002 werden etwa 50.000DM betragen, wovon 15% ALOHA selbst trägt. Nach dem Plan entfallen 4254DM auf die Bewusstseinsbildung, 490DM auf Personalqualifizierung, 704DM auf Verwaltungskosten, 9777DM auf Personalkosten, etwa 30.000DM auf die Anschaffung eines Autos, mit 1.722DM wurde eine 3.5% Inflationsrate berücksichtigt.
Dipshikha legte einen neuen Projektantrag vor. Er ist betitelt: „Integrierte Dorfentwicklung unter aktiver Einbeziehung der gesamten Familie DIFDP“.
Die Laufzeit geht von April 2002 bis März 2005, betroffen sind 750 Familien (3750 Personen) in 20 Dörfern in den Gemeinden Deshigram und Madhainagar im Kreis Tarash, District Siraganj.

Hintergrund:
Eine differenzierte Befragung Dipshikhas in den Gemeinden ergab, dass in den Gemeinden extrem schlechte Lebensumstände vorliegen und somit eine große Notwendigkeit besteht hier ein Projekt zu initiieren.
In den Dörfern leben vorwiegend „tribals“ (zugewanderte Volksgruppen). Das Gebiet wird oft überschwemmt. Leibeigenschaft ist ausgeprägt. Landknappheit, sehr schlechter Gesundheitszustand, extrem niedriege Einschulungsraten, katastrophale Entwicklungsarbeit seitens der Grameen Bank, stark ausgeprägte Schicksalsergebenheit und Kapitalmangel charakterisieren die Situation.

Konzept:
Gegenüber früheren Projekten soll stärkeres Gewicht auf Einbeziehung der gesamten Familie und die Förderung von Kleinstunternehmen gelegt werden. Dafür ist die Vergabe von 500 Krediten à 4000 Taka (160DM) vorgesehen. Landwirtschaftliche Produktionsmittel (Saatgut, Dünger, etc.) werden nur noch als zweckgebundene Naturalkredite (500 mal) für die Anlage von Demonstrationsfeldern zur Diversifizierung der landwirtschaftlichen Nutzung vergeben. Damit ist eine bessere Kontrolle über die Verwendung der Kredite gewährleistet.
Statt der üblichen Gruppenbildung sollen „Interessens- und Erzeugergemeinschaften“ in Form von kleinen Kooperativen (z.B. der Gemüse-, Sonnenblumen-, Hähnchenfleisch-Erzeuger) aufgebaut werden. Feste Projektkomponenten bleiben in dem integrierten Ansatz die Verbesserung der Gesundheits- und Bildungssituation. Hier sollen die Lehrerinnen der Vorschulen nach ihrem vormittäglichem Unterricht nachmittags auch die Aufgabe der Gesundheitshelferinnen (Shebikas) übernehmen.
Wichtig wird es sein, darauf zu achten, dass durch die stärkere Einbeziehung der Männer die Frauen in dem Projekt nicht zu sehr an Gewicht verlieren.

Projektbereiche (Stand der derzeitigen Planung):

400 Pumpbrunnen,
400 Latrinen,
6 Gemeinschaftslatrinen,
20 Vorschulen,
500 Naturalkredite für Demonstrationsfelder,
500 Kleinkredite für Kleinstunternehmen,
Ausstattung von 100 Familien mit Küken (insgesamt 10,000) und Futter für die Haltung von Hähnchen,
Anlage einer Baumschule,
Bau eines Trainings- und Demonstrationszentrums,
Bereitstellung von 7500 Setzlingen (Obst und Holz liefernde Bäume) für alle Familien im Projekt zur Anpflanzung in Hausnähe,
Anpflanzung von 8000 Bäumen auf dem Gelände von öffentlichen Einrichtungen,
Veterinärmedizinische Kontrolle der landwirtschaftlichen Nutztiere (Impfungen und Behandlungen),
Wegereparatur,
Erosionskontrolle durch die Anpflanzung von „vetiver grass“ (rotierend),
begleitendes Training in allen Projektbereichen (technische Beratung, Erörterung von Gesundheits-, Ernährungs-, Management-, Leitungs-, Gender-, sozialen und rechtlichen Fragen)

Finanzierung:
Die Gesamtfinanzierung beläuft sich auf etwa 1.026.000 DM. Etwa 73% davon könnte – bei bewilligter Kofinanzierung durch das BMZ oder die EU- vom Internationen Landvolk Dienst (ILD) getragen werden. Dipshikha will sich mit ca. 94.000DM beteiligen, wobei noch unklar ist, woher dies Geld kommen soll. Auf Shanti entfielen dann ca. 184.000DM, bzw. ca. 61.000DM pro Jahr über 3 Jahre.

Dipshikha führt ein „Modern Education and Training Institute“ (METI) mit eigenen pädagogischen Ansätzen, die sie an Montessori und Walldorf anlehnen. Derzeit werden im Schulprogramm ca. 100 Kinder unterrichtet. Außerdem findet für Jugendliche eine Berufsausbildung zum Schneider statt. Der dritte Eckpfeiler des METI-Konzepts, die eigenen Mitarbeiter Dipshikhas bei METI weiter zu bilden, ist noch im Planungsstadium.
Die Lehrer sind pädagogisch sehr qualifiziert und zuverlässig. In METI werden im krassen Gegensatz zu den staatlichen Schulen die Prinzipien des angstfreien Lernens und der Persönlichkeitsentwicklung praktiziert. Die Lerninhalte werden über die Schüler auch in die Familien hineingetragen und multiplizieren sich somit.
METI hat sich einen ausgezeichneten Ruf erworben. Es kommen viele Besucher aus dem In- und Ausland. Es besteht der Wunsch, dass sich Freiwillige aus Deutschland in METI engagieren.
Das bisherige Finanzierungskonzept basiert darauf, dass Shanti eine Anschubfinanzierung für drei Jahre leistet. Danach soll sich das Projekt aus Schulgebühren und über andere Finanzierungsquellen tragen. Nach Meinung von Paul Tigga, dem Leiter von Dipshikha, ist dies eine realistische Zielsetzung. Ob METI bis dahin tatsächlich finanziell ganz auf eigenen Beinen stehen kann, muss sich zeigen. DIPSHIKHA hat bereits Expansionspläne und will das Schulgebäude auf drei Stockwerke erweitern.

Förderantrag: Der Kontakt nach Bangladesh funktioniert über die Mitarbeit von mir bei Shanti hervorragend. So gab es 2001 mehrere Besuche: Im Herbst 2001 besuchten uns zwei Lehrerinnen von METI so wie Paul Tigga. Frau Chobi besuchte uns im April. Die Mitarbeit bei Shanti soll in der Zukunft weiter intensiviert werden. Es wird daher beantragt, die Förderung von Shanti e.V. und damit verbunden von ALOHA und Dipshikha in Bangladesh mit 4000 Euro im Jahr 2002 zu unterstützen.

für den Arbeitskreis: Andreas

Cooperadora Charles de Foucauld, Reconquista, Argentinien:

Die Cooperadora ist eine Laienorganisation der Mittelschicht in der argentinischen Stadt Reconquista, die es durch verschiedene Projekte die Menschen in den Barrios, den Elendsvierteln, unterstützt. Zur Zeit hat die Cooperadora etwa 5 aktive und 11 passive Mitglieder. Die wenigen aktiven Leute in der Mittelschicht sind finanziell sehr belastet. So ist die Zahl der Unterstützer in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen.
Zwei der Projekte der Cooperadora förderte Action Five 2000:

ORVIPO Hausbauprojekt:
Die Cooperadora verwaltet ein Projekt, bei dem Familien sich gegenseitig beim Bau von einfachen Steinhäusern elfen.
Von der Provinz waren $24000 für 12 Häuser bewilligt. $11.000 sind davon ausbezahlt worden, 2001 gab es überhaupt keine Unterstützung als Zahlung der Lokalregierung. Mit einer Spende von Juanin, einer Mitarbeiterin der Cooperadora, in Höhe von $6000 fehlen noch $7.000 für die Fertigstellung der Häuser. Für 20 Häuser wurde zusätzlich beim Staat ein Projekt beantragt, aber nicht bewilligt.
Der Abstimmung der letzten Mitgliederversammlung folgend unterstützte Action Five ORVIPO bis April 2001 mit 150 DM im Monat, von denen die Sozialarbeitsstudentin Paola Altamirano bezahlt wurde, damit sie die Arbeiten koordinieren und betreuen konnte. Nach Auslaufen der Zahlungen sah sich Paola gezwungen, das Barrio verlassen, um eine neue bezahlte Arbeit anzunehmen.

Nähwerkstatt:
Die 9 Koordinatorinnen boten 2001 folgende Kurse an:
Der Schwerpunkt der Arbeit lag 2001 auf Kursen für Jugendliche. Die Jugendlichen waren sehr motiviert, etwa 20 junge Frauen nahmen teil. Es wurden ein Näh- und Gewebekurs, ein Kurs zur Stoffmalerei, und ein „Manualidades“-Kurs (alle Arten von handwerklichen Arbeiten, z. B. Bemalen von Stoff, Glas und Karton, Herstellen von Spielzeug usw…) angeboten.
2001 wurden insgesamt 85 Schülerinnen und Jugendliche unterrichtet. Sie zahlen $½ als Beitrag für Material und zum Erhalt des Gebäudes.
Die Produktion ist nur für den eigenen Gebrauch bestimmt. Es wird zwar versucht, T-Shirts in kleinem Rahmen zu verkaufen, doch eine umfangreichere Vermarktung zu organisieren, ist unmöglich. Außerdem fehlen hierzu geeignete Nähmaschinen.
Laut Aussage der Koordinatorinnen sind die Kurse für die Frauen sehr wichtig. Arbeit in der Stadt bekommen sie dadurch nicht leichter, aber sei können Kleidung für ihre vielen Kinder machen. 2000 wurde jede Koordinatorin mit $120,00 pro Monat vom Argentinischen Staat entlohnt.
Action Five unterstützte die Nähwerkstätten mit etwa 280 DM im Monat, die für Reparaturen, reguläres Zubehör und besondere Stoffe ausgegeben wurden.

Stipendienprogramm:
Die Cooperadora organisiert Stipendien für Schüler aus dem Barrio, die weiterführende Schulen, wie z.B. eine Landwirtschaftsschule, besuchen wollen. Diese Stipendien sind gedacht für besonders begabte und finanziell benachteiligte SchülerInnen (25$ bzw. 30$/Monat, je nach Schule, davon übernimmt seit 2001 der Staat $15). Die Ausbildung besteht aus monatlich 15 Tagen Internatsaufenthalt und 15 Tagen Praxis zuhause und dauert 3 Jahre, denen noch 3 Aufbaujahre angeschlossen werden können, die jedoch nicht durch den Staat gefördert werden. Mit den Stipendien finanzieren die Schüler die Verköstigung im Internat.
Der Arbeitskreis hält dieses Programm prinzipiell für förderungswürdig, möchte aber keine eigenen Mittel zuschießen. Zweckgebundene Spenden für diese Aktion an Action Five sind aber natürlich möglich und damit jedem Einzelnen überlassen.
Durch den massiven Rückgang der Mitarbeiter im Arbeitskreis, insbesondere den Weggang von Douglas, der 2001 für den Arbeitskreis den Kontakt nach Argentinien über Anke Voswinkel in München führte, sieht der Arbeitskreis sich genötigt, die Unterstützung der Cooperadora bis auf weiteres auszusetzen. Zweckgebundene Spenden für diese Gruppe können jedoch mit einem Vermerk auf dem Überweisungsträger („Spende für Cooperadora, Argentinien“) an Action Five überwiesen werden. Wir überweisen diese Gelder etwa halbjährlich weiter und stellen Spendenbescheinigungen für die Steuererklärung aus. Allerdings wird bis auf weiteres von Freiburg keine Korrespondenz nach Argentinien geführt und wir geben keinen Bericht über das Projekt. Dafür steht Anke Voswinkel in München, ebenfalls Action Five Mitglied, in dauerndem Kontakt mit der Cooperadora. An dieser Stelle möchten wir gerne eine persönliche Einschätzung von Anke veröffentlichen:

<<Für die Cooperadora wäre der Ausfall dramatisch, da die Spenden von A 5 und dem Süd-Nord-Laden die einzig regelmäßigen, jährlich einigermaßen verlässlichen Spenden sind. Die Arbeit im Stadtteil Guadalupe hängt völlig daran. Lokale Spender sind angesichts der Krise auch des Mittelstands auf ein Minimum geschrumpft, und staatliche Förderung ist in der aktuellen Lage Argentiniens auch nicht zu erwarten. Mein sehr ausführlicher Reise- und Projektbericht vom April 2001 kann bei mir abgerufen werden.>>

Wir beantragen daher die Aufhebung der Unterstützung der Cooperadora, mit der Einschränkung dass zweckgebundene Spenden unbefristet entgegengenommen und an die Cooperadora weitergeleitet werden sollen. Für diese sollen dann Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.

Für den Arbeitskreis Douglas

Peru-Projekt PIDECAFÉ:

„Die Kaffeebauern ernten nur Armut“, so eine der Aussagen der Zeitschrift El Cafetalero des Verbandes der Kaffeeproduzenten Perus. Der Kaffeepreis ist zur Zeit so niedrig wie seit dreißig Jahren nicht mehr. Mit um 50 USD pro Sack Kaffee liegt er unter der Hälfte des fairen Mindestpreises.
Sinkende Erzeugerpreise schlagen nicht unbedingt sofort auf die Endverbraucherpreise durch. Doch in Deutschland haben wahrscheinlich viele bemerkt, dass die Kaffeepreise purzelten, da im Kaffeesektor ein großer Preiskampf herrscht. Kaffee wird leider als „Lockmittel“ für andere Produkte benutzt und manchmal sogar unter dem Einkaufspreis verkauft. Unter anderem Ursache der aktuellen Preiskrise im Kaffeeweltmarkt ist ein großes Überangebot. Die weltweite jährliche Produktion übersteigt den Konsum zur Zeit um rund 13%. Vietnam, ein Land, das vor kurzem noch keinen Kaffee anbaute und exportierte, ist an die 3. Stelle der Kaffee exportierenden Länder gerutscht und soll dieses Jahr sogar Kolumbien überholen!
Soviel zu den weniger erfreulichen Nachrichten; es gibt jedoch auch wieder viel Erfreuliches von der Arbeit von Pidecafé und dem Kaffeekleinbauernverband Cepicafé zu berichten! Beginnen wir mit der Kaffeeernte 2001 von Cepicafé: Cepicafé konnte im vergangenen Jahr rund 40 Container Kaffee ernten, 14 Container davon konnten im fairen Handel verkauft werden und auch im konventionellen Handel liegen Direktverträge vor.
Erfreulich ist außerdem, dass Heike Teufel weiterhin bei Pidecafé beschäftigt ist. Seit dem letzten Jahr arbeitet sie für den DED. Der DED hat mit seiner Arbeit bei Pidecafé die Vermarktung im Blick: Die Produzenten sollen als Akteure auf lokaler und regionaler Ebene und im Welthandel gestärkt werden. Eine bessere Vermarktung wird aber nicht nur durch den DED, sondern auch durch die Unterstützergruppen aus Tuttlingen, Backnang, Bad Urach… und action5 unterstützt: Um die Vermarktung transparenter zu machen, hat Pidecafé in den letzten Monaten Mathematikkurse für Frauen- und KaffeeproduzentInnen – Organisationen veranstaltet. Aufgrund der oft geringen Schulbildung haben die Bewohner der Kaffeeanbauzone von Piura oft Probleme, wenn es an die Abrechnungen geht! Geplant sind außerdem Fortbildungsveranstaltungen in den Bereichen Unternehmensführung und Organisationsaufbau.
Um die Kaffeeaufbereitung ökologisch verträglicher zu gestalten sind Maßnahmen zur Klärung und Kompostierung der sauren Abwasser geplant.
Durch den Aufbau eines Kleinunternehmens zur Strickwaren-Produktion des Mütterclubs von Tamboya will Pidecafé versuchen, mehr und mehr Alternativen zum Kaffeeanbau aufzuzeigen. Ein weiteres Frauen förderndes Projekt ist der Bau von ca. 100 Brennholz sparenden Herden und die Finanzierung von neuen Küchenausstattungen. Diese Maßnahme hat mehrere Vorteile: Es kann Holz eingespart werden, die gesundheitsschädliche Rauchentwicklung innerhalb des Hauses wird vermindert und der Arbeitsaufwand für die Frauen (Brennholz suchen und kochen) wird verringert.
Pidecafé ist auf dem richtigen Weg: Es wird einerseits in eine verbesserte Vermarktung investiert, die Qualität des Kaffees wird immer besser, ökologische Kriterien bei der Kaffeeaufbereitung werden zunehmend berücksichtigt. Trotzdem wird angesichts der schwierigen Situation auf dem Kaffeeweltmarkt vermehrt in Alternativen zum Kaffeeanbau investiert. Alternativen, welche die Situation der Frauen verbessern sollen und gleichzeitig ökologisch verträglich sind !
Aufgrund von Mitarbeitermangel sehen wir uns, trotz der Fortschritte, die wir in der Arbeit Pidecafés sehen und trotz des intensiven Austausches, nicht mehr in der Lage, Pidecafé weiterhin zu unterstützen. Bitte versteht, dass wir dieses Projekt ausschließlich aus personellen Gründen aufgeben, und nicht, weil wir es nicht mehr für unterstützenswert halten. Wir weisen deshalb auf weitere Möglichkeiten hin, Pidecafé auch in Zukunft zu fördern: Die Initiative Überleben Bad Urach und die Gruppe aus Tuttlingen sind beide Partnervereine von Pidecafé. Bitte wendet euch zur weiteren Unterstützung von Pidecafé an Hans-Martin Schwarz aus Tuttlingen (Hans-Martin.Schwarz@allbtut.bwl.de).

Für den Arbeitskreis: Beate

Stimmzettel für die Wahlen der Mitgliederversammlung von Action Five Freiburg am Donnerstag, den 28. Februar 2002, 20.15 Uhr in der Richard-Wagner-Straße 37, 79102 Freiburg.

Abstimmungen zum Vorstand:

 

Ich stimme für die Entlastung des Vorstandes (1. Vorsitzender: Andreas, 2. Vorsitzende: Anneke, Kassenführer: Torsten)
m Ja m Nein m Enthaltung

 

Ich stimme für die Kandidatin für das Amt der 1. Vorsitzenden: Anneke
m
Ja m Nein m Enthaltung

 

Ich stimme für den Kandidaten für das Amt des 2. Vorsitzenden: Jürgen
m
Ja m Nein m Enthaltung

 

Ich stimme für den Kandidaten für das Amt des Kassenführers: Andreas
m
Ja m Nein m Enthaltung

 

Abstimmungen über Projektanträge:

 

Ich stimme für die Unterstützung des Kindergartens „Joao e Maria“ in Pocao de Pedras, Brasilien, mit 4000 Euro für den Zeitraum vom 1.1.02 bis zum 31.12.02:
m
Ja m Nein m Enthaltung
Kommentar:

 

Ich stimme für die Unterstützung von Shanti e.V. zur Förderung von Dipshikha (integrierte ländliche Entwicklung) und ALOHA (Frauenarbeit) in Bangladesh mit 4000 Euro für den Zeitraum vom 1.1.02 bis zum 31.12.02:
m
Ja m Nein m Enthaltung
Kommentar:

 

Ich stimme für die Nicht-Weiterführung der Förderung von Abbé Falá, Kimafu, Kongo, und für die Stornierung der im letzten Jahr beschlossenen Unterstützung von 3720 DM für 2001:
m
Ja m Nein m Enthaltung
Kommentar:

 

Ich stimme für die Nicht -Weiterführung der Förderung von Pidecafé, Peru:
m Ja m Nein m Enthaltung
Kommentar:

 

Ich stimme für die Aufhebung der Unterstützung der Cooperadora Charles de Foucauld, Reconquista, Argentinien. Zweckgebundene Spenden sollen jedoch unbefristet entgegengenommen und an die Cooperadora weitergeleitet werden.
m Ja m Nein m Enthaltung
Kommentar:

 

Abstimmungen zur Satzungsänderung:

 

§3. Mitgliedschaft
Statt des Satzes
„(1) Mitglied kann jeder werden, der Action Five durch regelmäßige Spenden von etwa 5% seiner monatlichen Einkünfte unterstützt.“
soll in die Satzung aufgenommen werden:
„(1) Mitglied kann jeder werden, der Action Five durch regelmäßige Spenden unterstützt oder die Arbeit durch sein persönliches Engagement mitträgt.“
m Ja m Nein m Enthaltung
Kommentar:

 

§5 Arbeitskreis:
Statt des Satzes:
„(3) In dringenden Fällen (z.B. Not oder Katastrophe) kann der Arbeitskreis mit der Mehrheit von drei Vierteln der Anwesenden oder der Hälfte aller Mitglieder über eine einmalige Geldzuwendung bis zu 2000,- DM des überschüssigen Vermögens entscheiden, ohne dass vorher alle Mitglieder informiert werden müssen.“
soll in die Satzung aufgenommen werden:
„(3) In dringenden Fällen (z.B. Not oder Katastrophe) kann der Arbeitskreis mit der Mehrheit von drei Vierteln der Anwesenden oder der Hälfte aller Mitglieder über eine einmalige Geldzuwendung bis zu 2500,- Euro des überschüssigen Vermögens entscheiden, ohne dass vorher alle Mitglieder informiert werden müssen.“
m
Ja m Nein m Enthaltung
Kommentar:

 

§6 Vorstand:
Zusätzlich soll in die Satzung aufgenommen werden:
„(6) Ist der Arbeitskreis in dringenden Fällen (z.B. Not oder Katastrophe) nicht beschlussfähig, so kann der Vorstand diese Beschlussunfähigkeit einstimmig festhalten und einstimmig über eine einmalige Geldzuwendung bis zu 2500,- Euro des überschüssigen Vermögens entscheiden, ohne dass vorher alle Mitglieder informiert werden müssen.“
m Ja m Nein m Enthaltung
Kommentar:

 

§7 Mitgliederversammlung
Statt des Satzes
„(3) Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn die Hälfte der Mitglieder oder mindestens fünfzehn erschienen sind.“
soll in die Satzung aufgenommen werden:
„(3) Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn die Hälfte der Mitglieder oder mindestens zehn erschienen sind.“
m Ja m Nein m Enthaltung
Kommentar: